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“Einen Mix aus Facebook, Twitter und Blog umsetzen” empfiehlt Holger Ehling als Social-Media-Strategie für Unternehmen in unserem Interview

Mit dem HOLGER EHLING WORLDWIDE BLOG ist der Journalist und Berater selbst in der Blogosphäre unterwegs. Daher kennt Holger Ehling sich bestens in der Social-Media-Welt aus und berät Unternehmen zu Themen wie PR, Marketing oder Corporate Publishing. In unserem Interview verrät er, welche Social-Media-Aktivitäten er Unternehmen empfiehlt und warum er XING als Karteileichen-Veranstaltung bezeichnet.

Mit welchen Zielen haben Sie letztes Jahr den HOLGER EHLING WORLDWIDE BLOG gestartet?

Neben Journalist bin ich auch als Berater unterwegs. Seit 2010 berate ich auch verstärkt zu Social Media-Themen. Daher wollte ich selbst ausprobieren, was man mit einem Blog erreichen kann. Mich interessiert hierbei auch der Reputationsgewinn für Unternehmen.

Das Experiment Blog habe ich gestartet, um herauszufinden, welche Themen funktionieren und welche Reichweite diese auf dem Blog erreichen. Mein Wissen aus der Blogosphäre kommt dann natürlich auch meinen Kunden zu Gute.

Sehen Sie Ihren Blog als Marketinginstrument oder eher als Dialogplattform?

Wenn man Marketing als Werbung versteht, dann nicht. Es geht darum durch den Blog Gespräche zu erzielen. „Märkte sind Gespräche“ – jedoch muss man auf den Social-Media-Kanälen bereit sein, anders zu kommunizieren.

Das bietet eine große Chance für Unternehmen Kundenwünsche ernst zunehmen, Kritik und Feedback zu diskutieren und auch mehr von dem Wissen der Kunden über das eigene Produkt zu erfahren. Unternehmen können davon profitieren, wenn Sie die Vorschläge von Kunden zu Ihrem Produkt berücksichtigen und Ihre nächsten Kommunikations- oder Marketingkampagnen danach ausrichten.

Bloggen Sie inzwischen lieber als längere journalistische Texte zu schreiben?

Ich blogge als Journalist. Meine Texte sind immer journalistische Texte die genauso in klassischen Medien laufen könnten. Ich setze für meinen Blog die gleichen Qualitätsmaßstäbe. Meine Beiträge sind immer ordentlich recherchiert und die Quellen und Belege stimmen. Daher macht es für mich keinen Unterschied, ob ein Text nun im Blog oder einem anderen Medium publiziert wird.

Natürlich ist der Blog auch etwas Besonderes, da er ein Meinungsforum bietet. Man kann seinen eigenen Senf zu Themen zum Besten geben und in der Ich-Form schreiben.

Welche Social-Media-Aktivitäten empfehlen Sie anderen Unternehmen?

Ich empfehle Unternehmen, dass sie einen Mix aus Facebook, Twitter und Blog umsetzen. Bei Google+ muss man erst noch abwarten, was passiert, da ich es derzeit noch für überflüssig halte. Bei LinkedIn sehe ich mehr Potential als bei XING. XING hat etwas von einer Karteileichen-Veranstaltung, da in den Foren nicht mehr viel passiert. XING kann aber für den privaten professionellen Gebrauch durchaus nützlich sein. Wer-kennt-wen und die VZ-Netzwerke sind nur für private Zwecke geeignet, wobei Holzbrinck mit StudiVZ, SchülerVZ, etc. alles falsch gemacht hat, was man falsch machen kann.

Warum lohnen sich Facebook und Twitter-Aktivitäten für Firmen?

Facebook ist für Unternehmen sinnvoll, da es eine klare Trennung zwischen Unternehmensseiten und persönlichen Profilseiten bietet. In den Gruppen wird viel diskutiert zu verschiedenen Themenfeldern auf erstaunlich hohem Niveau. Außerdem verbringen dort 70% aller User von Sozialen Netzwerken ihre Zeit.

Twitter sollte man nicht zur Werbung nutzen, sondern vielmehr in Erzählform mit den Kunden kommunizieren. Damit kann man ernsthafte Kundenkommunikation aufbauen und vertiefen. Twitter ist darüber hinaus eine hochinteressante Nachrichtenveranstaltung, wenn man seine Folgelisten gut einrichtet. Ich habe z.B. für meine Lateinamerika-Themen, Tweets von lateinamerikanischen Zeitungen, Radio- und TV-Sendern abonniert und so einen Zeitvorsprung. Aus diesem Zeitvorsprung kann man einen Informationsvorsprung generieren.

veröffentlicht von Stefanie Weyrauch

Kategorien: Best Practice, Blogosphäre, Corporate Blogs, Interviews, PR, Social Media Tags: , , , , , , ,


Kommentare

  1. Bernd • 15. März 2012 um 15:40

    Unternehmen sollten zweigleisig fahren. Auf der einen Seite ist das klassische Corporate Publishing sehr wichtig. Auf der anderen Seite sollten die neuen Kommunikationsmedien nicht vernachlässigt werden. Zudem kommt es auf die jeweilige Branche und die Größe des Unternehmens an, welche Strategie am geeignetsten ist.

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